Geld sparen im Straßenverkehr

Letztens bekam ich ne Kettenmail zugeschickt, die ich dem Leser meines Blogs nicht vorenthalten will:

Wer von uns ärgert sich nicht, wenn man schnell mit seinem Auto über die Autobahn huschen will und irgendein Penner träumt mal wieder auf der linken Fahrspur.

Drängeln ? Lichthupe ? Aber halt: Das kann nach der neuen Vorschrift der StVO sehr teuerwerden! Seit dem 1.8.2006 gilt nämlich die neue Dränglervorschrift:

250 Euro – 4 Punkte – 3 Monate Fahrverbot.

Fazit:

Lieber gleich rechts überholen. Das kostet lt. gültiger StVO nämlich im Moment:

50 Euro – 3 Punkte. Fahrverbot gibt es erst bei mehrmaligen Wiederholungen.

Fazit: 200 Euro – 1 Punkt – 3 Monate Fahrverbot gespart!

Noch mehr sparen?

Also rauf auf die Standspur. Das kostet lt. gültiger StVO im Moment:

50 Euro – 2 Punkte. Wieder ein Punkt gespart! Niemand bedrängt, nicht aufgeregt, Nerven geschont, schnell vorangekommen und insgesamt noch 200 Euro, 2 Punkte und 3 Monate Fahrverbot gespart.

Das geht noch viel billiger und effektiver für die ganz Harten!

Kauf Dir ein Blaulicht und ein Martinshorn, gebrauche dasselbe und Du kannst Dir deinen Fahrstreifen aussuchen, der freigemacht werden soll.

Die Verwendung solcher kleinen Hilfen im täglichen Verkehr kostet läppische 20 Euro.

Steht so im § 38 StVO geschrieben. Blaulicht und Horn werden dann aber beschlagnahmt – also möglichst preiswert und sofort in größeren Mengen im Versandhandel (Conrad, Westfalia, etc.) kaufen.

Also 230 Euro gespart und – K E I N E – Punkte!!!

Kleine Ergänzung von mir:

Grad die letztgenannte Sache mit dem Blaulicht ist doch sehr mit Vorsicht zu genießen… denn (und da zitiere ich nun einen Anwalt) „Der Rahmen für eine zu erwartende Geldbuße bei Vorsatztaten beträgt nach §§ 24 StVG i. V. m. 17 Abs. 1 OWiG 5,00 bis 1 000,00 €uro. Bei der Zumessung der Geldbuße gilt § 17 Abs. 3 OWiG:

„Grundlage für die Zumessung der Geldbuße sind die Bedeutung der Ordnungswidrigkeit und der Vorwurf, der den Täter trifft. Auch die wirtschaftlichen Verhältnisse des Täters kommen in Betracht, bei geringfügigen Ordnungswidrigkeiten bleiben sie jedoch in der Regel unberücksichtigt.“

Vorstrafen und frühere Bußgeldentscheidungen, sofern noch nicht tilgungsreif, können in nachprüfbarer Form, bußgelderhöhend wirken, falls sie den sicheren Schluß zulassen, nur höhere Buße könne den Betroffenen an seine Ordnungspflicht erinnern.“

Ebenso könnte § 145 StGB auch greifen… da werden dann bis zu einem Jahr Gefängnis angedroht.

Auch die andren Tipps sind eher ironisch gemeint, denn man kann zusätzlich auch noch wegen Gefährdung des Straßenverkehrs angezeigt werden.. und da steht dann auch evtl. ne hohe Geldstrafe oder gar Knast drauf. Siehe § 315 c StGB.

(Wers genauer wissen will: http://www.frag-einen-anwalt.de)

Also besser brav bleiben und anständig fahren 😉

 

(Original: http://frolueb.blog.de/2007/05/15/geld_sparen_im_strasenverkehr~2277320/)

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