Google Street View – Oder warum verpixeln gar nix bringt

Seit heute ist Google Street View auch für die 20 größten deutschen Städte freigeschalten. Erster Eindruck: cool. Zweiter Eindruck: Wow. Doch soviele verpixelte Häuser. Nicht nur Einfamilienhäuser oder Villen sind von der Verpixelung „betroffen“, nein, sogar manch Plattenbau wurde unkenntlich gemacht, da es ja schon reichte, wenn nur ein Bewohner dieses Hauses einen Widerspruch einlegte.

Gesichter und Kfz-Kennzeichen wurden übrigens von Google sowieso unkenntlich gemacht.

Ein paar Absurditäten dazu habe ich hier aber mal sinnbildlich aufgeführt:

Zum Beispiel der Nacktputzer, der sein Auto reinigt…
UPDATE, 20.11.: Google hat den Herren mittlerweile komplett verpixelt…

Wer das wohl ist? http://ht.ly/3bNwu

Und hier haben sich die Verpixler besondere Mühe gegeben. Auch an Augen kann man Leute erkennen, dachte sich Google…

Ich sehe was, was Du nicht siehst? Parteizentralen in Google Street View http://wahl.de/blog/101118/parteizentralen-in-google-street-view-spd-cdu-gruene-fdp-linke

Was will uns Google mit diesem Zusammenschnitt sagen? http://twitpic.com/37vixc

Interessanterweise sind selbst Ferienhäuser verpixelt, die man durch Anklicken des Links der (ebenfalls bei Google eingeblendeten) Webseite dann sogar von innen zu sehen bekommt. Oder will der Besitzer nur den Klick auf die eigene Homepage abgreifen?

Nichtsdestotrotz gibt es neben den vielen Gegnern einer Verpixelung aber auch noch kritische Stimmen, wie man z.B. beim Ennomanen lesen kann: http://www.ennomane.de/2010/11/18/wir-sind-nicht-reif-fuer-streetview-wenn-wir-den-wunsch-nach-verpixelung-nicht-akzeptieren-koennen/

Manch einer fragt sich trotzdem jetzt schon, wann die ersten Wohnungsangebote auftauchen, in denen Nichtraucher und Nichtverpixler als Mieter gesucht werden? Oder wann die ersten Pixeltouren angeboten werden, getreu dem Motto „Sehen Sie alle Häuser live und in Farbe, die sie bei Google nur verpixelt zu sehen bekommen!“ – Natürlich darf man dann auch Bilder von den Häusern machen, denn die Panoramafreiheit lässt dies zu. Ins Netz stellen ist übrigens auch nicht verboten, wie man dank der Dienst von zum Beispiel Panoramio schon weiß.

Wie das ganze dann am Ende aussehen kann (und um auch auf die Überschrift dieses Blog-Beitrags zurückzukommen) kann man HIER sehen. Einfach mal auf das verpixelte Gebäude mit der Maus gehen und auf das kleine Bild, welches dann eingeblendet wird, den Mauszeiger halten…
Nachtrag: Wie u.a. n-tv heute berichtet, ist diese direkte Einbindung bei Street View in Zukunft so wohl nicht mehr möglich. Schade eigentlich…

Ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis alle Häuser auch bei Google sichtbar sein werden. Es sei denn der Gesetzgeber greift da noch ein, was nicht zu hoffen ist.

Wer übrigens weitere Street View-Kuriositäten und Fundstücke sehen möchte, der soll mal einen Blick auf diese schöne Webseite eines Jon Rafman werfen. Sind einige Highlights dabei…

Ach ja, kleines Update:
Anscheinend haben es sich nun einige Verpixelungswünscher anders überlegt und wollen ihre Häuser nun doch wieder sehen. Geht aber nicht mehr, wie Kay Oberbeck von Google HIER nochmal klarstellt.

Außerdem gibt es bei ntv.de einen guten Artikel mit dem Titel „Blinder Street-View-Hass“, den ich auch allen ans Herz legen möchte. Ebenso bei ntv.de der Artikel „Pixelbrei in Google Street View“.

Noch mehr Updates:
Auf der Seite findedaspixel.de kann man nun verpixelte Häuser melden.
Vielleicht sollten das die Grünen mal tun, denn ihre Parteizentrale ist ja verpixelt. Und auch so manch andere, die sich zum Beispiel bei Facebook-Gruppen wie „Ungewollt verpixelt“ zusammengeschlossen haben…

 

(Original: http://frolueb.blog.de/2010/11/18/google-streeet-view-verpixeln-gar-nix-bringt-10001189/)

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