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Steht der Sieger schon fest?

Laut der US-Prognose-Seite electoral-vote.com ist Barack Obama kaum noch einzuholen. Nach dem heutigen Stand führt er mit 343 zu 184 Wahlmännerstimmen (sowie 11 Stimmen, die man noch keiner Seite zuschlagen kann). 270 würde man brauchen, um Nachfolger von George Bush zu werden.Manch einer mag sich jetzt denken: „na und? Es sind noch 4 Wochen bis zur Wahl, da ist noch einiges drin.“ Diejenigen sollten sich aber mal die genaue Analyse ansehen. Demnach hat Obama 235 Stimmen schon fest verbucht auf seinem Konto, aus Staaten, in denen er mit nicht mehr aufholbaren Vorsprung führt. Es sei denn, es würde noch was wirklich gravierend Schlimmes im Wahlkampf für Mr. Obama passieren. McCain hat nur 134 wirklich sicher auf seiner Seite.

Hinzu kommen für Obama noch 47 „weak“ Stimmen, also Wahlmännerstimmen, die eigentlich so kurz vor der Wahl auch schon fast gesichert sind. Demgegenüber hat McCain nur 24 zu bieten. Macht in der Summe also ein Ergebnis von 282:158. Das würde schon reichen… die restlichen Stimmen sind eigentlich noch frei schwebend, wobei nach derzeitigen Stand 61 an Obama und 26 an McCain fallen würden. Aber in diesen swing-states (z.B. Florida oder Ohio) ist noch einiges drin, jedoch reichen diese Stimmen kaum noch, um McCain das ganze nochmal aufholen zu lassen.

Interessant ist auch die Prognose für die Senats- und Abgeordnetenhauswahlen, die ja zeitgleich stattfinden. Demnach würden die Demokraten dann 58 Senatoren stellen, die Republikaner noch 41. Ein Sitz ist noch offen.

Im Abgeordnetenhaus sähe die Sitzverteilung folgendermaßen aus: Demokraten: 247, Republikaner: 187, unentschieden: 1

Alles in allem würde das eine sehr komfortable erste Regierungszeit eines neuen Präsidenten Obama bedeuten und wohl auch ein Rutsch in Richtung mehr Etatismus in den Staaten. Man mag nur hoffen, dass Ron Paul mit seiner Graswurzelkampagne in den nächsten Jahren Erfolg hat und dann 2012 ein „Ruck“ durch die USA geht. Für die nächsten Jahre deutet sich aber immer mehr eine Entliberalisierung der größten Volkswirtschaft der Welt an.

Gleichberechtigung made in USA

Da denkt man, man hat schon alles mitbekommen, was die USA so an skurilem zu bieten hat… aber jedesmal wird man immer wieder überrascht.

Beim Surfen durch meine Online-Nachrichtenmagazine entdeckte ich bei Tagesschau-Online folgendes:

Dass die US-amerikanische Justiz zur Prüderie neigt, ist bekannt – so musste auch schon einmal eine künstlerisch etwas freizügig gestaltete Justitia-Statue ihre Blöße bedecken. Um so weniger verwundert es, wenn das Zeigen realer Brüste im Land der Freien ein juristisches Nachspiel haben kann.

Außer natürlich man ist ein Mann. So hatte der 23-jährige Jerome Mason kaum an strafrechtliche Konsequenzen gedacht, als er sich mit nacktem Oberkörper präsentierte. Kurz darauf wurde er von der Polizei in Cincinnati wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses festgenommen. Der Grund: Trotz seiner eher maskulinen Statur und Größe soll er Brüste besitzen, die offenbar geeignet sind, durch ihren Anblick Anstand, Sitte und Ordnung zu verletzen.

Das sah auch der Staatsanwalt so, der nach knapp dreimonatigen Ermittlungen Anklage erhob. Folgt der Richter seiner Argumentation, drohen Mason bis zu 30 Tage Haft. Was manche als einen weiteren Schritt zur echten Gleichberechtigung werten mögen, will der Verteidiger von Manson nicht einsehen. Ein solches Urteil würde eine gefährliche Präzedenz schaffen, so der Anwalt Michael Welsh gegenüber der „Cincinnati Post“. Ansonsten laufe jeder Mann, der sich ohne Hemd in der Öffentlichkeit zeigt, Gefahr, im Gefängnis zu landen.

Auch wenn der eine oder die andere das aus ästhetischen Gründen begrüßen würde – vor Gericht will Welsh verhindern, dass Männerbrüste zu Straftatbeständen werden. Und selbst wenn der Richter seiner Argumentation nicht folgt, hat sein Anwalt immer noch eine Trumpfkarte in der Hinterhand: Nach einem Urteil aus dem Jahre 1990 gehören Brüste in Cincinnati nicht zu den Körperteilen, die in der Öffentlichkeit Ärgernis erregen – auch dann nicht, wenn sie zu einer Frau gehören.

Ich hab mir lange überlegt, wie und ob ich das kommentieren soll… aber mir fällt dazu echt nix mehr ein, ausser ein langanhaltendes Kopfschütteln….

 

(Original: http://frolueb.blog.de/2005/07/09/gleichberechtigung_made_in_usa/ )

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