Über die Liebe…

„Wenn man jemanden liebt, so liebt man ihn nicht die ganze Zeit, nicht Stunde um Stunde auf die ganz gleiche Weise. Das ist unmöglich. Es wäre sogar eine Lüge, wollte man diesen Eindruck erwecken. Und doch ist es genau das, was die meisten von uns fordern. Wir haben so wenig Vertrauen in die Gezeiten des Lebens, der Liebe, Beziehungen. Wir stürzen uns begeistert in die Flut und verweigern uns mit Entsetzen jeder Ebbe, weil wir fürchten, dass die Flut nie wiederkommt. Wir drängen auf Beständigkeit und Dauer, wo doch die einzig mögliche Kontinuität im Leben wie in der Liebe Wachsen, Fließen, Freiheit ist; einer Freiheit im Sinne von Tänzern, die sich kaum berühren und doch Partner in der gleichen Bewegung sind. Die einzig wirkliche Sicherheit liegt nicht im Besitz, nicht im Fordern oder Erwarten, nicht einmal im Hoffen. Die Sicherheit in einer Beziehung liegt weder im Blick zurück, noch darauf, was sein könnte, sondern im Leben, in der Gegenwart und im Akzeptieren dessen, was ist.“

Anne Morrow Lindbergh (Muscheln in meiner Hand)

 

(Original: http://frolueb.blog.de/2009/02/26/liebe-5653565/)

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